Einmal Luzern und zurück :-)

Für gestern den 30.April hatte ich einen ganz besonderen Tag geplant. Ich hatte das Glück eine von den sehr begehrten Zugtagestickets zu ergatten. Jeden Tag werden nur 15 Tickets von der Stadt Basel an die Bewohner verkauft. Sie sind deswegen so begehrt, da sie sehr kostengünstig sind (dazu muss man wissen, dass Zugfahren in der Schweiz unglaublich teuer ist) und außerdem kann man mit diesen Tickets nicht nur in der gesamten Schweiz den Zug nutzen, sondern auch diverse andere Verkehrsmittel wie Trams, Boote oder die Seilbahnen, die einen auf die Berge bringen, gehören mit zum Angebot.

Als stolzer Besitzer eines solchen Tickets plante ich eine Reise nach Luzern. Die Stadt am Vierwaldstättersee liegt ca. 100km süd-östlich von Basel entfernt und ist mit dem Zug in ungefähr einer Stunde gut zu erreichen. Gleich früh am Morgen machte ich mich auf den Weg und kam gegen 9:00Uhr in Luzern hat. Mein erster Weg führte mich ins Tourismusbüro direkt im Bahnhof, um einen Stadtplan zu ergattern sowie mich über die An- und Ablegezeiten der verschiedenen Schiffe zu informieren. Als ich aus dem Bahnhof herauskam, war ich direkt überwältig. Der große blau schimmernde Vierwaldstättersee lag vor mir, umrahmt von gigantischen Bergen. Endlich, endlich sah ich richtig hohe Berge, wie man sie im Geiste vor sich hat, wenn man an die Schweiz denkt. Nun war ich zwar schon 3 Monate in der Schweiz, aber solche Berge hatte ich noch nicht gesehen, seit ich hier bin. Deshalb war es für mich ein fantastischer Moment.

Da das Schiff, was ich mir herausgesucht hatte, erst in einer Stunde ablegen sollte, schaute ich mir schon ein wenig die Stadt an. Die ersten Sehenswürdigkeiten wie die Kapellbrücke mit dem Wasserturm sowie das Nadelwehr ließen auch nicht lange auf sich warten. Gerade die Kapellbrücke könnte man als eines der Wahrzeichen Luzerns bezeichnen.

Kapellbrücke mit Wasserturm

Kapellbrücke mit Wasserturm

Nach einem ersten Eindruck von der niedlichen Altstadt Luzerns, war es auch schon Zeit zum Bootsanleger zurückzukehren, um gegen 10:12Uhr das Schiff Richtung Flüelen zu nehmen. Vom Boot aus waren die riesigen Berge noch eindrucksvoller und man war die ganze Zeit damit beschäftigt, auf dem Boot umherzugehen, um eine Rundumsicht des Sees zu erlangen. Nach einer Stunde stieg ich an der 5. Station „Vitznau“ aus und nahm von dort aus die Zahnradbahn, um den 1800m hohen Berg Rigi zu erklimmen.

Zahnradbahn

Zahnradbahn

Der Berg wird auch als „Queen of the mountains – Königin der Berge“ bezeichnet. Ich war zuvor noch nie auf solch einen hohen Berg gefahren und ich muss sagen, mir war schon ein wenig mulmig zu Mute. Es ging steil bergauf und ich hoffte die ganze Zeit über, die Bahn möge doch bitte bitte nicht den „Halt verlieren“ und den Berg wieder hinunterrutschen. Das war also schon eine gewaltige Mutprobe für mich an diesem Tag. Aber man wurde belohnt. Oben angekommen erwartete mich ein unglaublicher Blick. Wohin man sah, konnte man Berge mit weißen Berggipfeln bestaunen. So etwas hatte ich mir immer vorgestellt, wenn ich an meinen Aufenthalt in der Schweiz dachte. Es war fantastisch.

geschafft :-)

geschafft 🙂

Auf dem Rigi

Auf dem Rigi

Jetzt trennten mich noch 174m vom Gipfel, die ich meisterhaft hinter mich brachte und mich nun auf 1800müM befand. Ein tolles Gefühl. Oben auf dem Berg pustete der Wind ganz mächtig, sodass man schon aufpassen musste, nicht weggeweht zu werden. Dafür zeigte sich aber auch die Sonne, die unten im Tal noch auf sich warten ließ. Von hier oben war alles so klitzeklein; wie Spielzeugstädte lagen die kleinen Orte im Tal.

Spielzeugstadt!?

Spielzeugstadt!?

Nach einer Stunde war ich vom Wind ordentlich durchgefroren und hatte gefühlte 1000 Fotos gemacht. Ich wollte diese perfekten Momente festhalten, um sie auch später ins Gedächtnis zu holen und erneut genießen zu können. Meiner Meinung nach, ist mir das ganz gut gelungen 😉

Gut, dass uns die Zahnradbahn auch schon bald wieder abholte, denn der Wind ging einem wirklich durch Mark und Bein. Die Bahn brachte uns sicher zurück ins Tal, bis wohin die Sonne nun auch durchgedrungen war. So verbrachte ich die Rückfahrt auf dem vorderen Deck des Schiffes und sonnte mich. So ließ es sich gut aushalten!

Rigi vom Tal aus

Rigi vom Tal aus

Blick auf Luzern

Blick auf Luzern

Zurück in Luzern, nutze ich die Zeit, um mir noch die restlichen Sehenswürdigkeiten anzusehen. Vor allem die Reste der alten Stadtmauer („Museggmauer“) und ihre Stadttürme faszinierten mich. Sie waren Teile des 1386 entstandenen Befestigungsrings der Stadt. Man konnte sowohl 3 der Türme besteigen („Schirmerturm“, „Zytturm“ und „Männliturm“) als auch auf einem Teil der Stadtmauer entlang laufen. Von dort hatte man  einen super Blick auf die Stadt.

Stadtmauer mit Turm

Stadtmauer mit Turm

Blick von der Stadtmauer aus

Blick von der Stadtmauer aus

Auch das Löwendenkmal „Der sterbende Löwe von Luzern“, das eines der berühmtesten Denkmäler der Welt ist, war vor mir nicht sicher. Es ist in einen natürlichen Fels gehauen worden und erinnert an die in den Tuilerien gefallenen Schweizer 1792. Damit war mein Stadtrundgang, auf dem ich noch viele viele verschiedene Kirchen bewundern konnte, zuende und ich war totmüde. Sehr zufrieden mit dem hinter mir liegendem Tag und mit über 500 Fotos im Gepäck, nahm ich müde und erschöpft den nächsten Zug zurück nach Basel.

Löwendenkmal

Löwendenkmal

Luzern war für mich ein großartiges Erlebnis. Ich muss sagen, dass ich zum Urlaub machen wieder dorthin zurückkehren würde, denn die vielen Berge um den Vierwaldstättersee warten nur darauf erklommen zu werden. Das, was ich an diesem einen Tag gesehen hatte, war ja nur ein klitzekleiner Bruchteil davon, was die Stadt zu bieten hat. Im Gegensatz zu Basel, ist Luzern aber auf jeden Fall viel touristischer ausgelegt. An jeder Ecke gibt es einen Souvenirladen und auch die vielen (japanischen ;-)) Reisegruppen durchziehen das Stadtbild. Außerdem bemerkt man den „High-Society“ Charakter dieser Stadt. Die Läden sind schick und  teuer und vor allem sind es die Uhrenläden, in denen man sein Geld lassen kann. Für mich wäre Luzern eine Stadt, in der man gut seinen Urlaub verbringen könnte, aber zum Leben würde es mir nicht zusagen, auch wenn der mit Bergen umzingelte See auf jeden Fall seinen ganz besonderen Reiz hat.

 

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6 Antworten zu Einmal Luzern und zurück :-)

  1. Susanne schreibt:

    Deine Fotos sind immer soooo schöööön !

  2. Mareen schreibt:

    Da kann ich deiner Mama nur zustimmen! 🙂

  3. Melanie schreibt:

    Das hast du toll geschrieben, man kann sich deinen Ausflug richtig gut vorstellen und die Landschaft muss atemberaubend sein. Deine Bilder machen Lust sich das selbst mal anzusehen. Sehr mutig von dir 🙂

    • ringelsocke89 schreibt:

      Das ist schön, dass dir meine Berichte gefallen. Da bin ich gleich viel motivierter weiter über meine Erlebnisse zu schreiben 🙂 Ich freue mich, wenn ihr alle so fleißig kommentiert 😉

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